Ein Gedicht zum Jahreskreislauf
An manchen Tagen würde ich gerne stehen wie ein Baum.
Die Wurzeln kraftvoll tief in der Erde vergraben.
Die Äste geöffnet zum Himmel erhoben.
Eine Verbindung zwischen Himmel und Erde.
Im Frühling spüren, wie der Saft von den Wurzeln aufsteigt,
durch Stamm und Zweige fließt
und die Knospen öffnet.
Im Sommer die Blätter von den Sonnenstrahlen streicheln
und sie im warmen Winde rascheln lassen.
Im Herbst mit meiner Wurzelkraft den Stürmen standhalten,
meine bunten Blätter abgeben
und mich im Loslassen üben.
Im Winter meine Säfte zurückziehen,
ruhen lassen,
warten,
die Stille spüren
und in den kleinen Knospen den kommenden Frühling erahnen.
Auf das neu erwachende Leben warten.
An manchen Tagen würde ich gerne stehen wie ein Baum.
Aus dem Buch „Wanderungen der Seele, Anregungen und Impulse für die Persönlichkeitsentfaltung und den eigenen Lebensweg“ von Petra Reeg-Herget, erschienen im Rosamontis Verlag.
Petra Reeg ist auch Leiterin für Meditativen und Kreativen Tanz.
